Herne [PM] Anstieg der Stellenmeldungen stärkt Hoffnung

Arbeitslosigkeit der letzten Monate immer wieder im Auf- und Ab-Modus. Diesen Monat wieder etwas mehr Arbeitslose als im Vormonat. Schwankungen bleiben jedoch sehr gering und halten sich die Waage. Daher im Juni keine Veränderung der Quote. Kurzarbeit stark rückläufig. Und: Trotz Anstieg fehlt es an Personal.

9.313 Arbeitslose

  • plus 54 Personen gegenüber dem Vormonat
  • minus 412 Personen gegenüber dem Vorjahr

11,6 % Arbeitslosenquote

  • konstant zum Vormonat
  • minus 0,7 % zum Vorjahr

202 Zugang neuer Stellenangebote

  • minus 29 Stellen in den letzten vier Wochen
  • plus 58 Stellen verglichen mit Vorjahr

Zur aktuellen Entwicklung der Kurzarbeit-Anzeigen

  • im Juni Anzahl der Betriebe im 1-stelligen Bereich mit 18 mögl. Mitarbeitern
  • im Juni letzten Jahres waren es 22 Betriebe mit 202 möglichen Mitarbeitern

Aktuell sind die Inzidenzen erfreulich niedrig und der Arbeitsmarkt erfreut sich auch in Herne trotz anhaltender Pandemie einer Stabilität. Das erste halbe Jahr auf dem Arbeitsmarkt ist zwar gekennzeichnet von einem schwankenden „Auf und Ab“ der gemeldeten Arbeitslosigkeit. Die Veränderungen halten sich jedoch die Waage und weisen keine gravierenden Unterschiede auf – eine Achterbahnfahrt sähe anders aus. Frank Neukirchen-Füsers, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, zu der auch die Geschäftsstelle in Herne gehört, fasst – wie viele andere in diesen Tagen – weiter Zuversicht: „Der Einzelhandel öffnet, das produzierende Gewerbe hat volle Auftragsbücher und auch der restliche Arbeitsmarkt nimmt weiter an Fahrt auf. Auch wenn wir aktuell eine leicht gestiegene Zahl an Arbeitslosen in Herne zu verzeichnen haben, suchen immer mehr Unternehmen Personal. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Stellenzugang um 40 % gestiegen. Viele Unternehmer suchen Personal oder setzen ihre ehemals auf Kurzarbeit gesetzten Mitarbeiter*innen wieder ein. Nach fast eineinhalb Jahren Pandemie und Ausnahmezustand sind die Leute darauf erpicht, ihr altes Leben zurückzuerobern. Dazu gehört auch die Arbeit. Sehr deutlich und für jedermann sichtbar zeigt sich dieses Bestreben in der Gastronomie und auch im Handel. Die Unternehmen dürfen wieder umfänglich ihre Produkte und ihren Service anbieten und unsere Vermittlungen laufen gut. Aber ein Wehrmutstropfen zeigt sich: Nicht wenig Personal, das in den letzten Monaten in der Hotel- und Gaststättenbranche oder auch in der Veranstaltungsbranche nicht arbeiten konnte, hat sich beruflich umorientiert. Dieses Personal fehlt jetzt. Insbesondere Köche sind aktuell Mangelware – schwierig zu finden, geschweige denn zu vermitteln. Dennoch bleiben wir auf einer Welle der Erleichterung. Ich hoffe, dass der Sommer uns gut tragen und auf die weiteren, wahrscheinlich auch neuen Herausforderungen im Herbst vorbereiten wird.“

Im Juni zählt die Agentur für Arbeit in Herne über beide Rechtskreise hinweg 9.313 Arbeitslose (Agentur für Arbeit und Jobcenter). Damit ist die Arbeitslosigkeit leicht, um 54 Personen oder 0,6 %angestiegen. Verglichen mit dem Juni des letzten Jahres ist sie jedoch um 412 Personen oder 4,2 % gesunken. Die aktuelle Arbeitslosenquote bleibt, wie im Mai auch, konstant bei 11,6 %. Im letzten Jahr um diese Zeit lag sie bei 12,3 %.

Zur Unterbeschäftigung: Die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im Juni insgesamt 12.690 Personen. Damit ist sie gegenüber dem Mai um 156 (1,2 %) gesunden. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 260Personen oder 2,0 % geringer.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.

Zur Entwicklung in den Rechtskreisen: Von den 9.313 Arbeitslosen im Juni werden 2.129 im Bereich der Versicherungsleistung (Agentur für Arbeit – SGB III) betreut. Das sind 93 Personen (4,2 %) weniger als im Vormonat und 285 Personen (11,8 %) weniger als im Juni vor einem Jahr. Im Rechtskreis der Grundsicherung (Jobcenter – SGB II) sind 7.184 Arbeitslose registriert, das ist ein Plus von 147 Personen (2,1 %) gegenüber dem aktuellen Vormonat und verglichen mit dem Vorjahr, im Juni 2020, noch ein Minus von 127 Arbeitslosen (1,7 %).
Zur aktuellen Arbeitskräfte-Nachfrage: Im Juni verfügt der Herner Arbeitgeber-Service über insgesamt 918 offene Stellen im Bestand. Davon sind allein im laufenden Monat 202 Stellen neu dazugekommen. Gegenüber dem Vormonat ist der Stellenzugang damit um 29 Stellen oder 12,6 % gesunken, verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit aber um 58 Stellen oder 40 % gestiegen. Seit Jahresbeginn sind insgesamt 1.173 neue Stellen gemeldet worden; 52 Stellenzugänge oder 4,6 % mehr als letztes Jahr um diese Zeit.

Zur angezeigten Kurzarbeit: Die Kurzarbeitanzeigen lagen im Juni im 1-stelligem Bereich und beträfen, sofern sie realisiert würden, 18 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr um diese Zeit waren es noch 22 Betriebe mit 202 möglichen Mitarbeitern, für die eine mögliche Kurzarbeit angezeigt werden musste. Welche Unternehmen und wie viele Mitarbeiter letztendlich Kurzarbeitergeld beziehen, kann jedoch erst zeitverzögert genau ermittelt werden. Die Betriebe haben insgesamt drei Monate Zeit, angemeldete Kurzarbeit auch zu beantragen. Die Anzeige ist eine Vorhersage des Arbeitgebers. Die realisierten Zahlen werden erst durch die Anträge im Nachhinein mitgeteilt. Die vorherige Anzeige der Unternehmen bleibt jedoch dringend erforderlich und zeigt einen Trend.

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