Herne [pm] Die Martin-Opitz-Bibliothek lädt recht herzlich zu dem Vortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Baumgarten „Königsberg erinnern. Versuch einer philsophischen Ortsbestimmung“ am 26.08.2021 um 19:00 Uhr im Vortragsraum (1.OG) der Martin-Opitz-Bibliothek ein.

Vortrag:
Über Königsberg sagt Immanuel Kant: „… eine solche Stadt … kann schon für einen schicklichen Platz zur Erweiterung sowohl der Menschenkenntnis als auch der Weltkenntnis genommen werden, wo diese, auch ohne zu reisen, gewonnen werden kann.“ Königsberg ist Kants Geburtsstadt, die er nie verlassen hat. Ohne sich von diesem Ort jemals fortbewegt zu haben, wird sein Denken durch Menschenkenntnis und Weltkenntnis bestimmt. Bis heute besitzt es Weltgeltung. Ostpreußen mit seinem Zentrum Königsberg ist für einige von uns Herkunftsland ihrer Vorfahren, für manche verlorene Heimat. Was bedeutet es, seine Heimat zu verlieren? Inwiefern gehört Heimat zur Identität eines Menschen? Und wie lässt sich im Kontext dieser Fragen und ihrer möglichen Antworten Erinnerungskultur orientierungsgebend gestalten? Der Vortrag möchte sich mit diesen Fragen aus einer philosophischen Perspektive beschäftigen, wobei Kant nicht zufällig den Fluchtpunkt der Betrachtung bildet.

Referent:
Prof. Dr. Hans-Ulrich Baumgarten, 1958 in Osnabrück geboren, studierte ab 1977 Germanistik, katholische Theologie und Philosophie in Freiburg/Br. Er wechselte nach Münster und legte dort seine erste Staatsprüfung für das Lehramt Sek. I und II ab: 1983 in den Fächern Erziehungswissenschaft, katholische Theologie, 1984 in Philosophie und 1985 in Germanistik. 1991 Promotion („Kant und Tetens. Untersuchungen zum Problem von Vorstellung und Gegenstand“) und 1997 Habilitation („Handlungstheorie bei Platon. Platon auf dem Weg zum Willen“) in Freiburg/Br. Nach Beschäftigungsverhältnissen an der Freiburger und der Mainzer Universität sowie der CDU-Landtagsfraktion NRW ist Baumgarten seit Februar 2018 als Gruppenleiter (inzwischen Abteilungsleiter) im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW u. a. zuständig für die Kulturpflege der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler. Zudem ist er außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Es wäre schön, wenn die Veranstaltung reges Interesse fände. Im Anschluss besteht wie immer die Möglichkeit zu einer Gesprächs- und Diskussionsrunde.

Vortragsort:
Vortragsraum der Martin-Opitz-Bibliothek

Eintritt frei!

Keine Anmeldung erforderlich

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