Herne [PM] Mit einem Mittelaltermarkt mit Musik und Gaukelei am 03. und 04.07. am Kemnader See in Witten startet die Mittelalterszene spät in die Saison Anno 2021

Am 03. und 04.07. öffnen sich die Tore zu einem Mittelalterdorf am Kemnader See. Auf der Wiese am Freizeitbad Heveney, auf welcher in „normalen Jahren“ unter anderem das Zeltfestival Ruhr stattfindet, werden über hundert Zelte und Stände aufgebaut. Hier wird gezeigt, wie unsere Vorfahren vor gut 500 Jahren lebten, arbeiteten und handelten.

Für viele der Aussteller und die versammelten Ritterlager ist es der erste mittelalterliche Markt der Saison. Die Organisatoren der Agentur „Sündenfrei“ haben zahlreiche Hygienemaßnahmen für die Veranstaltung realisieren müssen und wollen nunmehr das vorläufige Ende der Pandemie einläuten. Das Ziel ist es, einen Markt zu zeigen, wie er im Mittelalter nach dem Ende der Pest ausgesehen haben könnte. In den fast acht Monaten Lockdown und Isolation in den eigenen vier Wänden sei Großartiges entstanden, was in Witten feilgeboten und gezeigt werden könne, sagt Marktvogt Heinrich von Torgowe. „Unsere Mitstreiter freuen sich sehr auf ein Wiedersehen mit dem treuen Publikum und man darf sehr gespannt sein, was in dieser langen Zeit neu geschaffen wurde.“

Auf richtige Shows und knallige Bandauftritte müsse man bei diesem Markt aber verzichten, denn große Publikumsansammlungen schließe das Hygienekonzept aus. Stattdessen haben die Veranstalter aus Torgau ein Barden- und Gauklertreffen initiiert. Das Duo „Confilius“ und die Spielleute „Skalden“ und „Dragol“ treten an unterschiedlichen Orten auf und präsentieren Musik, die sie während der langen Corona- Zeit einstudiert haben.

Ihnen zu Seite stehen die Gaukler, Narren und Zauberer „Lautn Hals“, „Lupus“ und „Rothar“, – allesamt Meister der witzigen Worte, des Unsinns aber auch fantastischer Gaukeleien. Zahllose Ritter aus dem gesamten Ruhrgebiet schlagen ihre Lager auf. Sie zeigen Kampfszenen, demonstrieren das Anlegen schwerer Rüstungen und unterhalten die kleinen und großen Zuschauer in unterschiedlichen Knappenschulen. All das unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Schließlich darf Baumeister Sven Magnus mit seinen Wasserspielgeräten nicht fehlen. Bei sommerlichen Temperaturen sind seine hölzernen Kanäle, Wasserfässer, Pumpen und Mühlräder die ideale Abwechslung für die Jüngsten.

Tragt bunte Kleider!
„Nach der Pest kam die Renaissance nach Deutschland“, erklärt Marktvogt Heinrich alias Henri Bibow. „Zwar waren die Arbeitskräfte knapp, viele Felder lagen brach und Häuser standen leer. Aber die Überlebenden konnten sich vielerorts neu orientieren, kamen zu Arbeit und Wohlstand. Niedere Schichten gelangten in den Besitz guter Kleider von Verstorbenen und man konnte sich das Umarbeiten oder sogar den Neuerwerb von Kleidern leisten.“ Daher sei die Mode in der Renaissance auch so farbenfroh gewesen, so Bibow. Als Marktvogt wünsche er sich viele farbenfroh gekleidete Besucher und Mitwirkende am Kemnader See, um so das Ende der aktuellen Pest zu signalisieren.
Eine Maske müsse man aber nicht tragen, es sei denn, der Mindestabstand von 1,50 Meter könne nicht realisiert werden. Aber das dürfte nach seinen Worten maximal am Eingang oder an der Toilette der Fall sein.

Da das Hygienekonzept eine begrenzte Anzahl Besucher vorschreibt, empfiehlt sich die Buchung der Tickets im günstigeren Vorverkauf über die Homepage des Veranstalters www.suendenfrei.de. Damit entfällt zugleich die Registrierung der Besucher, die in allen anderen Fällen am Eingang vorgenommen wird.

Geöffnet ist der Markt auf der Wiese am Freizeitbad Heveney am Samstag von 10:00 bis 22:00 Uhr und Sonntag von 11:00 – 19:00 Uhr. Der Eintritt kostet 8,00 Euro für Erwachsene und 4,00 Euro für Kinder, im Vorverkauf 6,00 bzw. 3,00 EUR plus Gebühr. Eltern zahlen nur für das erste Kind. Für alle weiteren und für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei. Die Tickets gelten für eine Dauer von 2,5 Stunden.

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