Herne [lwl] Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2020 rund 91,6 Mio. EUR (2019: 89,2 Mio. EUR) in Herne ausgegeben. Die Stadt Herne als LWL-Mitglied zahlte im selben Jahr einen Mitgliedsbeitrag von rund 48,4 Mio. EUR (2019: 46,2 Mio. EUR) an den Kommunalverband. Die Differenz zwischen Ausgaben und Einzahlung stammt im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln. Das erklärten jetzt die in der LWL-Landschaftsversammlung vertretenen Abgeordneten aus Herne, Elisabeth Majchrzak-Frensel und Peter Liedtke.

Die Corona-Krise habe der LWL bisher gut überstanden, so die Abgeordneten weiter. Nur wenige Patient:innen oder Heimbewohner:innen, für die der LWL sorge, seien mit dem Corona-Virus infiziert gewesen. Die LWL-Beschäftigten seien durch Vorsichtsmaßnahmen, Home-Office und gegenseitige Hilfe in der Lage gewesen, die Dienstleistungen des Verbandes in der Region auch während der Pandemie fortzusetzen.

Größter Teil der Ausgaben: Soziales
Im vergangenen Jahr unterstützte der LWL mit dem größten Teil seiner Ausgaben behinderte und pflegebedürftige Menschen. Insgesamt flossen 36,9 Mio. EUR in diese sozialen Aufgaben nach Herne. Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, wie es das Bundesteilhabegesetz fordert.

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert daher das ambulant betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben in besonderen Wohnformen (früher: Wohnheim). Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband deshalb 563 (2019: 514) Menschen in Herne dabei, alleine oder mit anderen in der eigenen Wohnung leben zu können.

2020 zahlte der LWL in Herne für 412 (2019: 444) Wohnheimplätze („besondere Wohnformen“). Außerdem finanzierte er 724 (2019: 701) Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit wesentlicher Behinderung. Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, entrichten eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Mitteln investierte das LWL-Inklusionsamt Arbeit im vergangenen Haushaltsjahr rund 131.800 EUR (2019: 175.938 EUR), um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

126 (2019: 128) Kinder mit Behinderung aus Herne besuchten 2020 einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Rund 1,5 Mio. EUR (2019: 1,6 Mio. EUR) zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 225 (2019: 219) behinderte Kinder zusammen mit ihren Altersgenoss:innen ohne Behinderung eine von 60 Regel-Kindertageseinrichtungen besuchen konnten.

Corona-Zahlungen
Der LWL finanzierte in Herne mit rund 653.000 EUR aus dem NRW-Corona-Rettungsschirm Alltagshelfer in Kindertageseinrichtungen und
ersetzte dem Jugendamt der Stadt rund 586.000 EUR an Elternbeiträgen, die die Eltern wegen der geschlossenen Kindertageseinrichtungen nicht zahlen mussten.

An Entschädigungsleistungen zahlte das LWL-Amt für Soziales Entschädigungsrecht 2020 in Herne rund 1,8 Mio. EUR (2019: 3,5 Mio. EUR). Zu den Leistungsempfänger:innen gehörten unter anderem Kriegsopfer und Hinterbliebene. Bei Corona-bedingten Verdienstausfällen im Zusammenhang mit einer angeordneten Quarantäne, einem Tätigkeitsverbot oder aufgrund der Betreuung von Kindern entschädigte der LWL 2020 westfalenweit die Betroffenen mit 11,5 Mio. EUR.

Arbeitsplätze
In Herne arbeiteten im vergangenen Haushaltsjahr 175 (2019: 174) Menschen im Dienst des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, unter anderem in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne und im LWL-Museum für Archäologie.

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