Herne [pm] Eigentlich sollten am 18.09.2021 wieder vier Musikfeuerwerke den Nachthimmel am Herner Rathaus erleuchten. Für ausgelassene Partystimmung standen außerdem die Auftritte zweier Livebands auf dem Programm. Die Pandemiesituation macht eine planmäßige Durchführung einer Großveranstaltung in der bekannten Dimension immer noch sehr ungewiss. Deshalb hat das Stadtmarketing Herne als Veranstalter das Stadtfest jetzt auch für dieses Jahr abgesagt.

„Vor der Absage hatten wir lange eine Anpassung des Konzeptes an die Bestimmungen der zuletzt gültigen Coronaschutzverordnung geprüft“, erläutert Stadtmarketing-Geschäftsführer Holger Wennrich. „In der herrschenden Inzidenzstufe 2 wäre der Feuerabend auf keinen Fall möglich gewesen, die Absage also folgerichtig und unumgänglich“, so Wennrich.

Gemäß der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung des Landes NRW vom 17.08.2021 werden Stadtfeste mit mehr als 2.500 Besuchern bei einem 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen von 35 oder höher für vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete zugänglich sein. „Dieser Hoffnungsschimmer kommt für den Feuerabend leider zu spät“, erläutert Tina Dzierla, die zuständige Projektleiterin beim Stadtmarketing Herne. „Zu lange hatte sich abgezeichnet, dass der Feuerabend nicht durchführbar ist. Deshalb haben wir die Planungen eingestellt. Diese verlorene Zeit ist nun nicht mehr einzuholen“, so Dzierla. Zwei weitere Gründe seien ausschlaggebend für die Entscheidung, den Feuerabend zum zweiten Mal in Folge abzusagen.

Zu hoher Aufwand bei der Organisation

Die Durchführung des Feuerabends verlangt ein umfangreiches Hygiene- und Infektionsschutzkonzept inklusive Maskenpflicht und der Überprüfung gültiger Impfnachweise bzw. negativer Corona-Testergebnisse – und sei es nur stichprobenhaft. „Dieser enorme Aufwand ist für ein Format wie den Feuerabend leider nicht zu stemmen“, betont Dzierla, und weiter: „Wir fürchten zudem lange Diskussionen mit abgewiesenen Besuchern und nicht kontrollierbare Menschenansammlungen vor dem möglicherweise abzugrenzenden Gelände in der Herner Innenstadt.“ Der steigende Kostenaufwand bei Personal, Hygiene und Sicherheit führt zu einer mangelnden Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung.

Unkalkulierbare Sicherheitsauflagen

Die allgemeine Planungssicherheit fehlt zum jetzigen Zeitpunkt angesichts der steigenden Inzidenz und sich ändernder Sicherheitsauflagen. Die aktuelle Coronaschutzverordnung gilt bis zum 17. September 2021, dem Vortag des ursprünglich geplanten Feuerabends. Nötige Änderungen, die sich aus einer Folgeverordnung ergeben, ließen sich nicht kurzfristig umsetzen, was zu einer Absage führen könnte. „Als etabliertes und überaus beliebtes Format hätte der Feuerabend mit besonders umfangreichen Sicherheitsauflagen durch die genehmigende Behörde zu rechnen. Art und Ausmaß der Auflagen sind derzeitig aber noch nicht zu überblicken“, so Stadtmarketing-Geschäftsführer Holger Wennrich. Nach einer so langen Eventpause sei davon auszugehen, dass der Feuerabend mehr Menschen als gewohnt anziehe und deshalb die Sicherheitsauflagen verschärft werden müssten. „Wir hoffen, im kommenden Jahr den Feuerabend in gewohntem Umfang vor dem Herner Rathaus veranstalten zu können. Ein großes Highlight für Herne und die Region“, so Wennrich.

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